Kombi 5 — Nov. 2017, Bewerbungsfrist: 15.07.2017
pe.geller@googlemail.com

Kombi Ausstellungen im Projektraum im Kunstquartier Bethanien in Berlin ist ein Vorhaben welches von Studierenden der UdK Berlin angeregt worden ist. Das Ziel ist, Studierenden und AbsolventInnen mehrerer Kunsthochschulen, in einem nicht kommerziellen Raum, eine Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeiten dialogisch zu zeigen, unter Einbeziehung eines Kurators.

Das Kombi Projekt möchte noch nicht bekannte Teile der Wirklichkeit, die uns offen gelegt werden, oder Blicke auf eine uns vertraute Wirklichkeit, die uns neu sind zeigen. Die Ausstellungen sind nicht thematisch ausgerichtet und umfassen alle Formen einer künstlerischen Formulierung, objekthaft, dematerialisiert oder intersubjektiv.
Geht man auf der einen Seite von der tragischen Erfahrung und auf der anderen Seite von der kritischen Betrachtung aus, so ist es unschwer festzustellen, dass die postkonzeptuellen Ansätze, die politische Kunst, die Analyse von Sprache, von Bildungssystemen, von Medien, von Kommunikationssystemen und der Postpop mit der Ästhetik des Designs heute an Kunsthochschulen dominieren. Die Nachkommen von Duchamp.
Man untersucht soziale Vernetzungen, ökonomische Systeme, politische Zusammenhänge in einer Welt der Informationstechnologien welche eine Austauschbarkeit zwischen realen und virtuellen Bildern ermöglichen. Ein Spiegel wird der Gesellschaft vorgehalten.
Nichtsdestotrotz gibt es aber auch die andere Seite, die Seite der Aussenseiter, der tragischen Erfahrung, die wir sehr gerne, falls wir fündig werden sollten, zeigen möchten, ob die KünstlerInnen nun gerade an Kunsthochschulen studieren oder nicht, ob sie, wie Szeemann das formuliert hat, gestört genannt werden würden oder nicht, eingesperrt sind oder nicht.
Die Projektreihe wird von privaten und öffentlichen Sponsoren getragen, von denen einige nicht genannt werden möchten. 

Peter Branger


„Man könnte direkt sagen, dass der geistig- normale Künstler heute zu vernachlässigen ist, dass seine Produkte obsessions- und saftlos angewandte Kunst sind, Übungen von Zeichenlehrern, und dass nur gestörte Künstler, ob eingesperrt oder nicht, noch Hinweise geben über Ichverhalten.Harald Szeemann „Individuelle Mythologien“ Berlin 1985



Kombi 5 — Nov. 2017, application deadline: 15.07.2017
pe.geller@googlemail.com

Kombi exhibitions in the project space at the Kunstquartier Bethanien in Berlin is a project which has been encouraged by students of the UdK Berlin. The aim is to offer students and graduates of several art colleges, in a non-commercial space, a possibility to show their work, dialogically, with the involvement of a curator. The Kombi project would like to show some unknown parts of the reality that are revealed to us, or a new look at a reality that is familiar to us. The exhibitions are not thematically oriented and encompass all forms of artistic formulation, object-oriented, dematerialized or intersubjective.

If, on the one hand we start from the tragic experience and on the other from the critical point of view, it is easy to see that postconceptual approaches, political art, the analyses of language, of education systems, of media, of communication systems and the postpop with the aesthetics of design, today dominate art colleges. The descendants of Duchamp.
One examines social networks, economic systems, political connections in a world of information technologies that allow interchange between real and virtual images. A mirror is held up to society.
But there is also the other side, the side of the outsiders, the tragic experience, which we would like to see regardless of whether the artists are studying at colleges or not. Whether, as Szeemann formulated it, so called disordered or not, imprisoned or not.
The project series is supported by private and public sponsors, some of whom are not willing to be named.

Peter Branger


"One could directly say that the spiritual-normal artist is now neglected, that his products are obsession- and sapless applied art, exercises by teachers, and that only disturbed artists, whether imprisoned or not, still give hints about the behaviour of the self.

Harald Szeemann "Individual Mythologies" Berlin 1985
News 

Aliénor Dauchez ist 2016 Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude und hat für 2015 - 2016 das Elsa Neumann Stipendium des Landes Berlin erhalten. Der Meisterschülerpreis des Präsidenten der UdK Berlin wurde 2016 an Ayami Awazuhara, Aliénor Dauchez und Marlen Letetzki verliehen.Marja Marlene Lechner hat mit „Ich bin die Stimme aus deinem Kissen“ vom 14.12. 2016 bis 20.01.2017 ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Berlin, in der Kleinen Humboldt Galerie bestritten. www.kleinehumboldtgalerie.de
Mit WITH MOUTH AGAPE LAUGHING GUTS OUT hat Eva Vuillemin in 03. 2016  an der Ausstellung MAGNA CARTA SHELF LIFE #2 im KW Institut für zeitgenössische Kunst in Berlin teilgenommen. www.kw-berlin.de

Marja Marlene Lechner hat 2015 den Ursula Hanke-Förster Anerkennungspreis erhalten.
Okka Hungerbühler ist mit dem Berlin Art Prize und dem Malereipreis der UdK Berlin ausgezeichnet worden, berlinartprize.com und hat in 2014 auf Einladung von Cosima von Bonin an ihrer Ausstellung im Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien teilgenommen.www.mumok.athttps://www.mumok.at/sites/default/files/cms/pt_cosimavonbonin_d_0.pdf Adrian Knuppertz, Michael Roggon und Eva Vuillemin haben 2014 an Gruppenausstellungen im Museum für Fotografie in Berlin teilgenommen: http://www.smb.museum. Adrian Knuppertz, Isabell Sophia Schulte, Anton Matzke und Eva Vuillemin sind für den IBB-Preis für Photographie 2014 nominiert worden.  (Investitionsbank Berlin, IBB in Kooperation mit dem Freundeskreis der Universität der Künste Berlin | Karl Hofer Gesellschaft). http://fotowettbewerbe.de/ibb-preis-fuer-photographie/ Mary Andrew Ramirez hat 2014 den Preis  der Ursula Hanke- Förster Stiftung erhalten. Marja Marlene Lechner wurde für den Regina Pistor Preis nominiert. Daniel Djamo wurde 2015 für den Arte Laguna Prize, (Video Art) Venedig und den Premio Combat (Video Art) Livorno, Italien nominiert. Diana Sirianni hat 2015 den Kunstpreis der Leinemann - Stiftung für bildende Kunst erhalten. www.leinemann-stiftung.de www.karl-hofer-gesellschaft.de


Aliénor Dauchez recieved 2016 a scholarship for the Akademie Schloss Solitude and has recieved for 2015 - 2016 the Elsa Neumann scholarship of Berlin. http://www.kleinehumboldtgalerie.de/The master student prize of the President of the UdK Berlin was awarded in 2016 to Ayami Awazuhara, Aliénor Dauchez und Marlen Letetzki.Marja Marlene Lechner had with "I am the voice from your pillow" from the 14.12. 2016 to the 20.01.2017 her first institutional solo exhibition in Berlin, in the Small Humboldt Gallery. www.kleinehumboldtgalerie.de
With WITH MOUTH AGAPE LAUGHING GUTS OUT Eva Vuillemin participated in 03. 2016 at the exibition MAGNA CARTA SHELF LIFE #2 at KW Institut for Contemporary Art, Berlin. www.kw-berlin.de
Marja Marlene Lechner received in 2015 the Ursula Hanke-Förster recognition award.
In 2014, Okka Hungerbühler received the Berlin Art Prize and the UdK Berlin Painting Prize (berlinartprize.com). She participated at Cosima von Bonin's exhibition at the Museum of Modern Art in Vienna (10. 2014 www.mumok.at) as a guest of the artist. https://www.mumok.at/sites/default/files/cms/pt_cosimavonbonin_d_0.pdf Adrian Knuppertz, Michael Roggon and Eva Vuillemin participated at group exhibitions at the Museum of Photography in Berlin 2014 (http://www.smb.museum). Adrian Knuppertz, Isabell Sophia Schulte, Anton Matzke and Eva Vuillemin are nominated for the 2014 IBB-Award for Photography. (Investment Bank Berlin, IBB in cooperation with the Friends of the University of the Arts Berlin | Karl Hofer Society - http://fotowettbewerbe.de/ibb-preis-fuer-photographie/). Mary Andrew Ramirez received 2014 the Prize of the Ursula Hanke Förster foundation. Marja Marlene Lechner was nominated for the Regina Pistor prize Daniel Djamo, 2015 Arte Laguna Prize (9th edition), Video Art section finalist, Venice, Premio Combat Video Art finalist, Livorno, Italy.  Diana Sirianni received 2015 the Leinemann foundation Prize.  www.leinemann-stiftung.de www.karl-hofer-gesellschaft.de


Kombi 4

Nicolas Bakowski, Aliénor Dauchez, Charlotte Eifler, Katrin Eßer, Marie Gimpel, Daniel Hopp, Georg Friedrich Krause, Denis Kudrjasov, Katharina Michalsky, Alexander Repp, Diana Sirianni, Christoph Vizy, Peter Branger, kuratiert von Peter Branger

UdK Berlin, HfbK Hamburg, HGB Leipzig. (Stud./Abs.)Freie Kunst, Expanded Cinema, Zeitbezogene Medien, Fotografie, Bühnenraum. Prof. Thomas Zipp, Gregor Schneider, Via Lewandowsky, Clemens von Wedemeyer, Raimund Bauer, Peter Piller, Anselm Reyle, Jeanne Faust, Andreas Slominski, Susanne Lorenz, Gregor Schneider, Katja Strunz.

Kunstquartier Bethanien/Projektraum, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
Eröffnung: 14.02.2016 19:00-22:00 Uhr, Ausstellung:15.02.-19.02. 17:00-20:00 Uhr
http://www.kunstquartier-bethanien.de/bethanien_projektraum.html






Kombi 4

Katharina Michalsky bespielt einen kleinen Raum mit einer medialen Arbeit bestehend aus drei Monitoren und einer Wandprojektion. Ihr Großvater den sie interviewt, hat angefangen überall in seiner Wohnung imaginäre kleine Fliegen zu sehen, hat also Sehhalluzinationen. Michalsky überträgt diesen psychotischen Zustand auf ihre eigene Wohnung, in der sie kleine Flieger real frei lässt und Innenaufnahmen, sowie Aufnahmen aus dem Fenster macht, als Versuch diesen Zustand zu rekonstruieren, aber auch als Akt der Solidarität mit ihrem geliebten Großvater.
Diana Sirianni zeigt drei frühe Arbeiten. Es sind Foto- Objekt Arbeiten in denen sie Ansichten von Räumen zerschneidet und neu zusammenfügt und zusätzlich mit Pappe und Klebeband dem Bild einen Objektcharakter gibt. Die Flächenfragmente ergeben eine fremde, eigene abstrakte Struktur, welche die naturalistische Darstellung aufbricht, fragmentiert, verrückt.
Nikolas Bakowski verbindet Malerei und Wandinstallation. Worte, verwischte Mal- und Zeichenspuren, schwer lesbare Fotos, auch mit der Rückseite zum Betrachter auf denen Eintragungen zu sehen sind, Fragmente von Objekten hinter Glas, all die offenen und gleichzeitig verborgenen Hinweise geben der Gruppe einen poetischen Charakter.In seinen Landschaftsbilder, Materialbilder oder Fotos mit Folie überdeckt, arbeitet
Georg Friedrich Krause mit Nähe und Distanz. Der Naturalismus der Motive funktioniert wie eine Attrappe. Versucht man sich diesem zu nähern, wird man von einem abstrakten Moment, von einer Sichtblende, von einer Sperre, daran gehindert Kontakt aufzunehmen. Der Betrachter wird auf ein mögliches Bild in seiner eigenen Vorstellung zurückgeworfen.
Denis Kudrjasov ist mit einer Foto - und einer Bodenarbeit vertreten. Die mit Farbpigment auf das Linoleum aufgetragenen Tretspuren- Tretpfade, verweisen auf ein fiktives Geschehen hin, sind archäologische Artefakte pseudo-ritualisierter Handlungen.
Daniel Hopp zeigt seinen Film von 2015, von 7‘ „Das Arschloch“. Es ist eine Zusammenstellung aus Dokumentaraufnahmen, gestellten Szenen, Zeichentrickfilm u.a. eine Art Essay über das Arschloch in grellem Kolorit. Hopp schreibt dazu: „Das Gewissen sitzt im Arschloch, sagt man. Meines quält mich, seitdem ich fünfzehn bin. Es juckt, nässt und blutet. Mittlerweile chronisch. Nachts wache ich auf, weil es brennt. Doch auch tagsüber ist es immer da.“ „Ein Lebensgeständnis abgegeben an meinen Laptop.“
Christoph Vizy hat eine Blumenvase mit Zweigen und Blumen auf das Fensterbrett gestellt und ihre fotografische, plakatgroße Reproduktion an die Wand befestigt. Der Vorgang der ästhetischen Manipulation, der Annäherung an die Bildsprache einer musealen Malerei, an das Erhabene, deckt eine Leere auf. Er zeigt den Versuch, das Nichtvorhandensein einer Utopie durch Oberflächenglanz zu verbergen.
Aliénor Dauchez liest Proust hoch auf einer Haushaltsleiter aus Alu, vor einer Seeaussicht, die Proust vielleicht auch so ähnlich gesehen haben könnte. Der Versuch der Annäherung an den Text durch eine Annäherung an die Schauplätze der Originalhandlung scheitert. Künstlerin und Leiter werden durch das Aufkommen der Flut weggespült.
Alexander Repp beschäftigt sich mit Kommunikationssysteme und der Visualisierung ihrer Mechanismen. Ich verweise auf seinen Text.
Charlotte Eifler, Katrin Eßer, Marie Gimpel zeigen eine Rauminstallation mit Ventilatoren und digitalen Bildern. Ich verweise auf ihren Text.

Kombi 4 EN

Katharina Michalsky shows a room installation with a medial work consisting of three monitors and a wall projection. Her grandfather, whom she interviewed, has begun to see imaginary little flies everywhere in his apartment, so he has visual hallucinations. Michalsky transfers this psychotic condition to her own home, by releasing many small flies there and taking pictures of her rooms and taking pictures from the street out of her windows as an attempt to reconstruct this state, but also as an act of solidarity with her beloved grandfather.
Diana Sirianni shows three early works. They are photo object works. She had cut and reconstruct views of rooms and had added on the picture cardboard and adhesive tape. The surface fragments becomes a strange, own abstract structure that breaks, deconstruct the naturalistic representation. 
Nikolas Bakowski combines painting and wall installation. Words, blurred painting and character traces, hard-to-read photos, also with the back side to the viewer, fragments of objects behind glass, all the open and simultaneously hidden hints give the group a poetic character.In his landscape pictures, material pictures or photos covered with foil, Georg Friedrich Krause works with proximity and distance. The naturalism of the motifs functions as a dummy. If you attempt to approach this, you will be prevented from contacting by an abstract moment, a blind spot, a barrier. The viewer is thrown back to a possible picture in his own imagination.
Denis Kudrjasov is represented with a photo and a floor work. The footpaths, marked with paint pigment on the linoleum, point to a fictitious event, are archeological artifacts of pseudo-ritualized actions.
Daniel Hopp shows his film from 2015, 7 ' "The asshole". It is a compilation of documentary recordings, scenes, drawing film and the like. A sort of essay about the asshole in flashy coloring. Hopp writes: "The conscience is sitting in the asshole, they say. My tortures me since I was fifteen. It itches, soaks and bleeds. Meanwhile, chronic. At night I wake up because it burns. But also during the day it is always there. "" A life affair given to my laptop."
Christoph Vizy placed a flower vase with branches and flowers on the window sill and attached her photographic, poster-sized reproduction to the wall. The process of aesthetic manipulation, the approach to the visual language of a museum painting, to the sublime, reveals an emptiness. It shows the attempt to conceal the absence of a utopia by surface luster.
Aliénor Dauchez reads Proust high on a ladder of aluminum, in front of a see view that might have looked so similar to Proust. The attempt of approaching to the text by an approach to the locations of the original treatment failed. Artist and ladder are washed away by the advent of the flood. 
Alexander Repp is concerned with communication systems and the visualization of their mechanisms. I refer to his own text.
Charlotte Eifler, Katrin Eßer, Marie Gimpel show a room installation with ventilators and digital images. I refer to their own text.